Gemüseanbau schafft Chancen

Seit bald sechs Jah­ren unter­stützt die Ernst Pey­er Stif­tung die Bau­ern­ko­ope­ra­ti­ve «Alag-

sitaa­ba Kari Non­go» im Bon­go-Distrikt. Vie­le klei­ne Schrit­te hin zu einem bes­se­ren Leben sind sie seit­her gegan­gen. Ein gros­ser Traum ist mit der wäh­rend der Tro­cken­zeit nutz­ba­ren, bewäs­ser­ten Land­wirt­schafts­flä­che Wirk­lich­keit gewor­den.   

Das Gemüse gedeiht. Bis zur Ernte braucht es Geduld und viel Pflege.
Das Gemü­se gedeiht. Bis zur Ern­te braucht es Geduld und viel Pfle­ge.

In der Tro­cken­zeit zeigt sich der Nor­den Gha­nas als kar­ge Savan­nen­land­schaft. Die Son­ne brennt vom wol­ken­lo­sen Him­mel. Unter den rie­si­gen Man­go­bäu­men suchen die Men­schen Schat­ten. Für vie­le Fami­li­en gibt es in die­ser Zeit kaum Arbeit – die Fel­der lie­gen brach, und das War­ten auf die nächs­te Regen­zeit bestimmt den All­tag. Die Ernäh­rung beschränkt sich auf Vor­rä­te aus der ver­gan­ge­nen Regen­zeit wie Hir­se, Mais, Erd­nüs­se und getrock­ne­te Boh­nen. 


Anders prä­sen­tiert sich die dies­jäh­ri­ge Tro­cken­zeit für die 42 Bau­ern­fa­mi­li­en der Koope­ra­ti­ve. Täg­lich tref­fen sie sich auf
einem gros­sen Stück Land, das sie für den Gemü­se­an­bau nut­zen dür­fen. Eine solar­be­trie­be­ne Brun­nen­pum­pe bringt Was­ser aus 100 Metern Tie­fe und ermög­licht das Wach­sen von Okra, Boh­nen, Toma­ten und ver­schie­de­nen Blatt­ge­mü­sen. Die Fami­li­en haben erst­mals auch wäh­rend der Tro­cken­zeit genü­gend fri­sche Nah­rung und eine sinn­vol­le Beschäf­ti­gung.


Das Gelern­te anwen­den

An die­sem Vor­mit­tag im Febru­ar ist die Stim­mung beson­ders gut. Die Bäue­rin­nen und Bau­ern sind gekom­men, um die Gäs­te aus der Schweiz zu begrüs­sen. Stolz füh­ren sie durch die Bee­te und zei­gen ihre Arbeit. In Trai­nings haben sie gelernt, wie öko­lo­gi­scher Gemü­se­an­bau, Boden­ver­bes­se­rung und Kom­post­pro­duk­ti­on funk­tio­nie­ren. Die Schu­lun­gen haben sie wäh­rend zwei Mona­ten jeden Frei­tag und Sams­tag besucht.


Nun set­zen sie die­ses Wis­sen im All­tag um.Sie säen, mul­chen und pfle­gen die Bee­te sorg­fäl­tig. In zwei Grup­pen auf­ge­teilt, gies­sen sie die noch zar­ten Pflan­zen am Mor­gen und am Abend mit Spritz­kan­nen. Dabei ach­ten sie dar­auf, das kost­ba­re Was­ser spar­sam zu ver­wen­den.

Wäh­rend des Besuchs arbei­tet auch ein Tech­ni­ker­team aus Bur­ki­na Faso auf der Anla­ge. Sie mon­tie­ren zwei zusätz­li­che Solar­pa­nels und erset­zen die Was­ser­pum­pe durch ein leis­tungs­stär­ke­res Modell. Ziel ist es, dass sich die bei­den Was­ser­tanks künf­tig inner­halb eines Tages voll­stän­dig fül­len.


Ein bes­se­res Leben

Die Koope­ra­ti­on «Alags­i­taa­ba Kari Non­go» ist aus der Not der ein­zel­nen Bau­ern­fa­mi­li­en ent­stan­den. 2020 erkann­ten sie, dass die Zukunft ihrer Fami­li­en von einer ertragrei­che­ren Land­wirt­schaft abhängt. Über Franz Zemp wand­ten sie sich an die Ernst Pey­er Stif­tung und baten um Unter­stüt­zung auf ihrer Gemein­schafts­farm. Neben der Finan­zie­rung von Werk­zeu­gen und Setz­lin­gen wur­den sie von Anfang an von einem loka­len Exper­ten aus dem benach­bar­ten Bur­ki­na Faso beglei­tet und in öko­lo­gi­scher Land­wirt­schaft geschult. Mit dem erwor­be­nen Wis­sen gelingt es ihnen, das Land zu pfle­gen, die Ern­ten zu stei­gern und die Frucht­bar­keit der Böden auch für kom­men­de Gene­ra­tio­nen zu erhal­ten.


Seit­her hat sich viel ver­än­dert. Die Ern­ten wäh­rend der Regen­zeit haben sich ste­tig ver­bes­sert. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren zogen die Mit­glie­der aus­ser­dem mehr als 1‘000 Baum­setz­lin­ge, die inzwi­schen auf dem gemein­sa­men Land und auf öffent­li­chen Grund­stü­cken wach­sen. Bald wer­den sie ihnen Früch­te, Vieh­fut­ter sowie Brenn- und Zaun­ma­te­ri­al lie­fern. Bereits heu­te schüt­zen sie Böden vor wei­te­rer Ero­si­on. 


Die Ent­wick­lung geht wei­ter

Die Arbeit ist noch nicht abge­schlos­sen. Die gröss­te Her­aus­for­de­rung bleibt, auch wäh­rend der Tro­cken­zeit Gemü­se für den Eigen­ver­brauch und den Ver­kauf auf dem Markt anbau­en zu kön­nen. Dadurch könnten die Fami­li­en ihr Ein­kom­men ver­bes­sern und ihre Lebens­si­tua­ti­on nach­hal­tig stär­ken. Gemein­sam mit der Stif­tung haben sie die Mög­lich­keit bespro­chen, das neue Agrarland künf­tig ganz­jäh­rig zu bewirt­schaf­ten. Ein Vor­ha­ben, das die Stif­tung mit dem für die Regi­on zustän­di­gen tra­di­tio­nel­len Ober­haupt bespro­chen hat. Er will den Vor­schlag mit den Land­be­sit­zern klä­ren.


Der­weil besu­chen die Bäue­rin­nen und Bau­ern wei­te­re Land­wirt­schafts­trai­nings und arbei­ten enga­giert wei­ter. Schritt für
Schritt gestal­ten sie so den Wan­del für ein Leben mit bes­se­ren Per­spek­ti­ven.

Die Bauern und ihr Wunschgarten

Ein Mor­gen auf der bewäs­ser­ten Land­wirt­schafts­flä­che der Bau­ern­ko­ope­ra­ti­ve. Die Bäue­rin­nen und Bau­ern tref­fen aus ihren nahen Behau­sun­gen ein. Die meis­ten zu Fuss, eini­ge mit dem Fahr­rad. Mit dabei Har­ken und Giess­kan­nen. Der tro­cke­ne Harmat­tan-Wind bläst über die Land­schaft. Bald wird es wie­der heiss.

Bäuerin und Mutter

Juliana Abelwine – Bäuerin und Mutter

Ich schät­ze die Gemein­schaft in unse­rer Koope­ra­ti­ve. Wir unter­stüt­zen ein­an­der und lernen, wie wir das Bes­te aus unse­ren Pflan­zen her­aus­ho­len. Die­ses Wis­sen kann ich auch zu Hau­se anwen­den. Einen Teil der Ern­te nut­ze ich für mei­ne Fami­lie, den Rest ver­kau­fe ich. Mit dem Geld kau­fe ich Schul­ma­te­ri­al für mei­ne Kin­der.

Bäuerin, Schneiderin und Mutter

Agnes Zeka – Bäuerin, Schneiderin und Mutter

Wäh­rend der Tro­cken­zeit wächst nichts in mei­nem Gar­ten. Dank die­sem Agrar­land kann ich nun auch in die­ser Zeit Gemü­se anbau­en. Das ist ein gros­ses Geschenk. Ich kann mei­ne Fami­lie gesün­der ernäh­ren und habe erst noch eine gute Arbeit. Sehr ger­ne besu­che ich die Gar­ten­trai­nings. Ich ler­ne gern und will mei­ne Arbeit wei­ter ver­bes­sern.

Bauer und Vorsitzender der Kooperation

Apokeele Abadigdoo – Bauer und Vorsitzender der Kooperation

Ich bin einer der Grün­der der Koope­ra­ti­ve. Als land­lo­se Bau­ern konn­ten wir bis­her nur wäh­rend der Regen­zeit Fel­der auf unse­rer Gemein­schafts­farm bestel­len. Unser gros­ser Traum war es, auch in der Tro­cken­zeit Gemü­se anzu­bau­en. Dass dies nun mög­lich ist, ist für uns ein gros­ser Schritt hin zu einem bes­se­ren Leben.

Sekretär der Kooperative

Oliver Baba Amona – Sekretär der Kooperative

Ich bin Sekun­dar­leh­rer. Über mei­ne Mut­ter bin ich zur Koope­ra­ti­ve gekom­men und habe seit­her das Amt des Sekre­tärs inne. Mit der Unter­stüt­zung von Franz Zemp habe ich mich Schritt für Schritt ein­ge­ar­bei­tet. Ich habe gelernt, Reports zu erstel­len und auch die Buch­hal­tung zu füh­ren. Mit Freu­de bin ich das Bin­de­glied zwi­schen den Bau­ern und der Stif­tung und unter­stüt­ze die land­lo­sen Bau­ern­fa­mi­li­en.

Fakten zum Gemüseanbau

Flä­che: 2 Hekt­are, auf­ge­teilt in 40 Ein­zel­par­zel­len sowie eine Gemein­schafts- und Trai­nings­par­zel­le

Bohr­brun­nen: 100 Meter Tie­fe

Was­ser­tanks: 2 Tanks mit 20 Kubik­me­ter Fas­sungs­ver­mö­gen

Nut­zung wäh­rend Tro­cken­zeit: Okto­ber bis April

Fakten zum Gemüseanbau

Flä­che: 2 Hekt­are, auf­ge­teilt in

40 Ein­zel­par­zel­len sowie eine

Gemein­schafts- und Trai­nings­par­zel­le

Bohr­brun­nen: 100 Meter Tie­fe

Was­ser­tanks: 2 Tanks mit 20 Kubik­me­ter

Fas­sungs­ver­mö­gen

Nut­zung wäh­rend Tro­cken­zeit:

Okto­ber bis April

Augustina Awuri

Junge Stimmen, klare Ziele

Mit Enga­ge­ment, Eigen­ver­ant­wor­tung und viel Aus­dau­er set­zen sich Jugend­li­che wie Augus­ti­na im WASH-Club für sau­be­res Was­ser und bes­se­re Hygie­ne ein. Dabei zei­gen sie, wie aus Betei­li­gung nach­hal­ti­ge Ver­än­de­rung ent­steht.

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